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Sicherheit

 

Physiologie, Balance und Kontrolle der Pferde während des Transports

Die Blickrichtung eines Pferdes während des Transports in einem Fahrzeug wurde als mögliche Ursache von Stress identifiziert. In verschiedenen Studien wurde untersucht, ob es eine positive Auswirkung auf das Stressniveau des Pferdes hat, wenn es entgegengesetzt zur Fahrtrichtung steht. Einer der Vorteile dieser „Rückwärtsposition" ist das vereinfachte Laden eines Pferdes nach hinten. Dies im Gegensatz zu einem Anhänger mit seiner kleinen dunklen Öffnung, die vom Pferd als schmale dunkle Höhle wahrgenommen werden kann (Creiger, 1989), was das Laden aufgrund der Angst des Pferdes unter Umständen erschwert.

Glücklicherweise haben die meisten Anhänger heutzutage eine Innenbeleuchtung, aber die kleine Öffnung bleibt. Die Hinterbeine sind in entgegengesetzter Richtung hinsichtlich der Folgen des Beschleunigens und Abbremsens des Fahrzeugs besser und entspannter positioniert. Diese Transportmethode sorgt auch dafür, dass das Pferd seinen Kopf und seinen Hals effizienter für sein Gleichgewicht einsetzen kann. Tatsache ist auch, dass es in dieser Position seine Vorderbeine besser an die Schaukelbewegungen während des Transports anpassen kann, als wenn dies mit den Hinterbeinen geschehen müsste. Dabei bietet die Schulter eine bessere seitliche Unterstützung als die Hinterbeine. Häufig machen die Hinterbeine als Reaktion auf den Druck von der Seite nämlich eine Schrittbewegung.

In einer Studie zu den Reaktionen von Pferden während eines Transports in Fahrtrichtung oder entgegengesetzt zu dieser wurde festgestellt, dass der Pulsschlag eines Pferdes bei einer einstündigen Reise entgegengesetzt zur Fahrtrichtung beträchtlich abnahm. Bei dieser Transportmethode haben die Pferde auch eher die Neigung, sich zwecks Beibehaltung ihres Gleichgewichts auf ihrem Hinterteil auszuruhen. Die Pferde, die in einer Position mit Blickrichtung nach vorne transportiert werden, halten ihren Kopf häufig in einer höheren Position als durchschnittlich, was meist daran liegt, dass sie Schwierigkeiten haben, ihr Gleichgewicht zu halten. Ein interessantes Detail dabei ist, dass die Pferde in einer nach vorn gerichteten Position mehr Geräusche machen. Auch ist ihr Pulsschlag beim Laden und Entladen viel höher. Hatte sich das Pferd bei einem Transport in entgegengesetzter Richtung erst einmal an die Bewegungen des Fahrzeugs auf der Reise gewöhnt, ging der Pulsschlag erheblich zurück. Die Autoren folgerten, dass es für das Pferd in einem Anhänger körperlich anstrengender ist als in einem Pferdetransporter, in dem es viel ruhiger ist (Waran, e. a. 1996).

Der Pulsschlag wurde auch in einer anderen Studie mittels einer Kabelverbindung und einem Monitor auf einer Reise von 40 Minuten während eines Transports in Vorwärts- und Rückwärtsrichtung gemessen. Die Werte wurden mit dem während des Ladens gemessenen Puls verglichen, in einem geparkten Anhänger blieb dieser in einem gleichmäßigen Rhythmus. Der Unterschied beim Pulsschlag in einem vorwärts oder rückwärts geladenen Anhänger ist in geparkter Position nicht besonders groß, während des Transports jedoch beträchtlich: Die vorwärts geladenen Pferde haben auf der Fahrt einen höheren Puls als die rückwärts geladenen. Die vorübergehenden Unterschiede hinsichtlich des Pulsschlags werden auf die beschleunigenden und abbremsenden Bewegungen während des Transports zurückgeführt. Der Puls war zu Beginn der Reise am höchsten und ging dann innerhalb der ersten 15 Minuten zurück, da sich die Pferde in der Rückwärtsposition den Bewegungen leichter anpassen konnten. Nachdem sie sich an die Bewegungen des Pferdetransporters gewöhnt hatten, war ihr Puls stabil (Smit, e. a. 1994).
 

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